Zum Maschinenstricken nach Fair Isle 

12.10.2022

Endlich wieder zurück!

Was für ein Gefühl, nach so langer Zwangspause wieder in Shetland zu sein!

Im August war ich zum Maschinenstricken zurück in Fair Isle (wer mehr über Fair Isle und Shetland wissen möchte: siehe Seite Shetland und Fair Isle).

 

Mit der Maschine zu stricken, gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Es ist eine ganz andere Art von Stricken und hat mit Handstricken nur wenig zu tun. Selbst wenn man nur glatt rechte Flächen strickt, muss man sich konzentrieren und benötigt Kraft, um den Schlitten zu bewegen. Vom abendlichen meditativen Couch-Stricken ist das weit entfernt. 

 

Natürlich hängt das auch sehr von der Strickmaschine ab: meine ist eine Brother KH 710 - eine Einbettmaschine älteren Modells. Sie funktioniert sehr gut, aber bisher habe ich sie nur dann genutzt, wenn ich glatt rechte, einfarbige Stücke mit wenig Form zu stricken hatte. Dann geht es natürlich schneller. Doch diese Maschine kann auch mehr: zum Beispiel Fair-Isle-Muster bzw. sogenannte Norwegermuster stricken. Das ist allerdings etwas umständlich, denn dieses Modell hat keine Lochkarten-Ausrüstung, so dass man die Bemusterung durch einzelne Tastenbewegungen von Hand vornehmen muss. Das habe ich bisher noch nicht oft probiert.

 

Um so mehr hat mich der Kurs im Fair-Isle-Maschinenstricken gereizt. Marie Bruhat ist eine französische Strickdesignerin, die seit mehreren Jahren auf der Insel lebt. Sie bietet maßgeschneiderte maschinengestrickte Fair-Isle Strickwaren an und veranstaltet Kurse - mehr dazu findet man unter www.fairislewithmarie. 

 

Die Woche hat mir gezeigt, dass Maschinenstricken und Fair-Isle-Muster durchaus gut zusammenpassen. Allerdings haben wir auf Lochkarten-Maschinen gestrickt - damit entfällt die handgesteuerte Bemusterung. Es hat mir damit tatsächlich mehr Spaß gemacht, diese Muster mit der Maschine zu stricken. Deshalb habe ich das nun auch mit meiner Maschine nochmal probiert und war erstaunt, dass es trotz der fehlenden Lochkartensteuerung recht gut funktioniert. Für großflächige Projekte braucht es dann aber wohl tatsächlich eine andere Maschine.

 

Mein Slipover auf der Maschine...

 

 

 

... und das fertige Ergebnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pfau, Welle oder Muschel - ein weltweit bekanntes Muster        

31.01.2022

 

Dieses Strickmuster ist überall auf der Welt bekannt. Es gehört zu den ältesten Strickmustern und es gibt kaum eine Mustersammlung, in der man es nicht findet. Obwohl es recht einfach zu stricken ist, zeigen sich großartige Effekte, und man kann umfangreich damit gestalten. Ob ein- oder mehrfarbig, ob ganzflächig gestrickt oder nur als Borte eingesetzt: die Möglichkeiten sind vielfältig. Durch jeweils nebeneinander platzierte Zunahmen und Abnahmen entsteht die typische Wellenstruktur, die auch dafür sorgt, dass das Muster an einer Kante des Gestricks so wunderschöne Bögen erzeugt. 

 

 

Früher wurde das Muster auch deshalb gern verwendet, weil es sich hervorragend für die Verwertung von Resten eignete. Das war insbesondere in den 40er Jahren in der Kriegszeit wichtig, deshalb sind aus dieser Zeit besonders viele farbige Exemplare erhalten. 

 

 

Interessant sind die unterschiedlichen Namen, unter dem die StrickerInnen weltweit das Muster kennen. Sie sind nicht nur aufgrund der Sprache verschieden, sondern in jeder Region wurde offensichtlich auch etwas anderes in der Form gesehen.

 

In Deutschland ist es als Pfauenmuster bekannt - jedenfalls habe ich es so in meiner Kindheit kennengelernt.  Wenn es im Kreis gestrickt wird, wie früher oft bei sogenannten Kunststrickdecken gemacht, erinnert es an das geschlagene Rad eines Pfaus - so entstand der Name. 

 

                                                       Bildquelle: Stricken, Verlag für die Frau Leipzig

 

Andernorts findet man die Bezeichnung "Feder und Fächer", meines Wissens nach wird es in England häufig so benannt. 

 

Weltweit bekannt und insbesondere unter den (Shetland) lace-StrickerInnen ist es aber wohl als "old shell" oder je nach Dialekt auch "old shale" - hier wurde in der Form eine Muschel gesehen oder Formen von Spuren, die die See am Strand zurücklässt.

 

Welchen Namen wir auch verwenden, oder was wir auch immer darin sehen: dieses Muster ist einfach und schön. Es lässt sich auch vielfältig abwandeln, in dem man z.B. rechte statt linke Maschen einbaut oder die Zu- und Abnahmen anders gruppiert. Und es lässt sich trotz des recht großen Rapports von  17-18 Maschen gut vergrößern, so dass es sich wunderschön in die Kurve legt. 

 

Was hat Daphne du Maurier mit old shale zu tun?

Schon seit langem wollte ich einen ganz klassischen old shale Pullover stricken. Und als ich in meinen wunderbaren Weihnachtsferien nochmal die Neuverfilmung von Daphne du Mauriers REBECCA gesehen habe, erinnerte ich mich daran. Denn die Farbkombination des old shale jumpers der jungen Mrs. de Winter gefiel mir richtig gut und unvorstellbarerweise hatte ich sogar mal die richtigen Farben vom Shetland lace Garn im reichlich vorhandenen Wollvorrat. So habe ich es genossen, genug Zeit zu haben, um diese Inspiration gleich umzusetzen.

 

 

Vieles passt zu diesem Pullover: einfach und schlicht zu einem blauen Tellerrock, sportlich über einem Hemdblusenkleid getragen oder als kleiner Pulli unter einem Kostüm geht er genauso gut zu einem strengeren Bleistiftrock oder einer Marlene-Hose ganz  im Stil der 30er/40er Jahre.

 

 

Viel Freude mit diesem klassischen Muster und happy knitting!

THE VALIANT TAILORESS 

Eine tapfere Schneiderin geht online 

21.10.2021 (unbezahlte Werbung)

 

Wer kennt sie nicht: die märchenhafte Geschichte vom Schneiderlein, der tapfer sieben auf einen Streich erledigte und der ganzen Welt davon erzählte.

 

Das gerade herausgegebene Magazin THE VALIANT TAILORESS macht es wie der Schneider: hier gibt es Stricken, Nähen und Häkeln auf einen Streich. Es bringt alle Handwerke zusammen und bietet komplette outfits mit Schnittmustern und Strick-und Häkelanleitungen.

Das Ergebnis ist ein absolut hochwertiges Coffee Table Magazin, das man nicht verstecken muss, wenn Gäste kommen. Es sieht auf den ersten Blick überhaupt nicht wie ein Nähanleitungs- oder Strick-Heft aus. Weil es das nicht ist, sondern ein absolut hochwertiges Mode-Magazin in einem umwerfenden Layout, mit wunderschönen Fotostrecken und tollen, aufeinander abgestimmten Designs.

 

The enchanted forest  ist das Thema der ersten Ausgabe. Frische Grüntöne, die leuchtenden Farben der Waldblumen, wechselndes Licht. Ein Spaziergang im frühen Morgennebel, um die ersten Sonnenstrahlen einzufangen, sich auf gewundenen Pfaden zu verlieren und verborgene Eingänge zu entdecken. 
14 Designerinnen aus aller Welt haben sich vom Wald verzaubern lassen und ihre Assoziationen in Designs verwandelt. 

Das Magazin gibt es hier: www.valiant-tailoress.com. Dort findet man auch noch weitere Einblicke ins Heft. Es ist als gedruckte Ausgabe erhältlich.

Im Magazin: Das nordische Dirndl von Nachmittagskleider 

 

Mir hat es viel Spaß gemacht, an diesem Magazin mitarbeiten zu dürfen. Über das Thema für die erste Ausgabe habe ich mich sehr gefreut und wusste sofort: ich mache (endlich mal wieder) ein Dirndl! Hier im Atelier habe ich schon viele verschiedene Kleider für viele verschiedene Frauen entworfen und angefertigt. Doch zu den Kleidern, die wirklich jeder Frau in jeder Größe stehen und immer eine tolle Figur machen, gehört definitiv das Dirndl, und deshalb mag ich es so. Ich habe ein wenig nordischen Kompromiss dazu getan, damit es nicht nur in Bayern tragbar ist: so entstand das dirndlartige Kleid. Auch die Idee, eine Dirndlschürze zu stricken, anstatt wie üblich zu nähen, hatte ich schon lange – was könnte besser in THE VALIANT TAILORESS passen, als diese Kombination aus Nähen und Stricken. 

 

Viel Freude beim Anschauen und handwerklichem Tun!

 

 

Warum ich gestrickte Kleider mag

24.08.2021

Alpaka/Wolle/PA fingering weight

 

Oft werde ich gefragt, wie ich es denn bloß schaffe, so umfangreich zu stricken. Oder ob es mir Spaß macht, große Projekte wie ein Strickkleid zu fertigen, weil das doch so sehr lange dauern würde …. dies habe ich schon mal in dem post "Warum ich lieber komplex stricke" beschrie-ben.

 

Aber nicht nur, weil ich gerne abwechslungsreich stricke, und dem langsamen handwerklichen Prozess auch gern Zeit gebe, mag ich meine Strickkleider. Ich trage sie auch deshalb so gern, weil sie einfach super bequem sind. Denn Gestrick ist dehnbar, soft und weich, umspielt den Körper und macht jede Bewegung mit. Es engt nicht ein, weil es – je nach Schnitt – nicht viele Nähte gibt, ähnlich wie bei einem T-shirt oder anderen Teilen aus Jersey.

 

 

Schwingende Rockteile aus einem zarten Lace-Garn fallen einfach traumhaft schön, und Kleider aus etwas dickerer Wolle wärmen wunderbar im Winter. Für Etui-Kleider eignen sich super dichtere, tweedartige Gestricke mit Mustern, die webartige Strukturen erzeugen oder Fair-Isle. 

 

Alpaka/Seide mit Einsatz in knitted-lace und Perlen in lace-weight

 

Apaka/Seide  laceweight                  Viskose  fingering weight                 Fair Isle jumper weight

 

In den 50ern war es viel mehr verbreitet, gestrickte Kleider zu tragen. Das lag unter anderem daran, dass Wolle preiswerter war, als Stoffe. Da alle stricken konnten, war es den Frauen so viel leichter und einfacher möglich, sich selbst ein neues Kleid zu machen, als es beim Schneider anfertigen zu lassen. Die heutige Eile und Hast gab es damals nicht. Gerade bei Handarbeiten nahm man sich Zeit, legte Wert auf Details, plante und suchte sorgfältig aus. Man verlangte nicht (von sich selbst), dass das Produkt dann mit einem Klick zur Verfügung stand, sondern fertigte es geduldig an.

 

Ein Handwerk braucht seine Zeit – und das ist gut so. Denn wer mit den Händen etwas herstellt, liebt ja genau dies: die kreative Planung, das langsame Tun, die meditative Wiederholung, den Prozess, und schließlich das Ergebnis. Und das darf dann auch gern lange dauern. 

 

work in progress - Merino/Baumwolle fingering weight

 

 

Warum ich Strickjacken liebe

 

28.06.2021

Wenn man Kleider und Röcke trägt, sind gestrickte Jacken zum Kombinieren unentbehrlich. Sie sind so wie „einfach schnell Jeans und T-shirt“ bei Hosenliebhaberinnen. Sie ergänzen ärmellose Sommerkleider zum gut angezogenen Gesamtoutfit oder wärmen im Winter. Durch den dehnbareren Strickstoff umspielen sie die Taille etwas lockerer als die darunter getragenen Kleider oder Röcke aus Webware und geben so immer ein gutes Gefühl.

 

Strickjacken machen einfach Spaß. Sie sind so wunderbar vielfältig einsetzbar: zu farbigen oder gemusterten Stoffen passen einfarbige Jacken, die sich eine der im Stoff vertretenen Farben herausgreifen; zu einfarbigen Kleiderstoffen passen dagegen Jacken in bunt gemixten Farben und Mustern.

Strickjacken können aus gestrickten Stoffen wie z.B. Jersey oder Sweat genäht werden. Oder man handstrickt sie selbst: das macht nicht nur Spaß, sondern man kann sich die Modelle so herstellen, wie man es möchte – alles passt dann perfekt und kommt in Lieblingsfarbe und -muster daher.

 

Am besten sorgt man also für eine große Auswahl im Schrank – Strickjacken kann man nie genug haben!!

handgestrickte Fair-Isle-Jacke aus Shetland-Garn

 

handgestricktes Modell aus Alpaka/Seide

genähte Modelle aus Jaquard-Jersey

 

Das "Le Cafe"-Kleid mit handgestrickter Jacke aus Baumwolle

Das "seaside"-Kleid mit handgestrickter Jacke aus Bourette-Seide/Baumwolle

 

Das Zitronenkleid mit hangestrickter Jacke aus Alpaka

Das Kostüm

Karo-Tweed aus Baumwolle/PA mit geradem Bleistiftrock

Ein perfekt sitzendes Kostüm war in den 50er Jahren für jede Frau die Grundlage ihrer Garderobe.  Damals wurde (neue) Kleidung noch weitgehend maßgeschneidert: entweder beim Schneider im Atelier oder die Frauen fertigten sich ihre Sachen selbst. In beiden Fällen galt jedoch: Klasse statt Masse, besonders für die Basisgarderobe. Denn ein hochwertiges Kostüm anzufertigen, war nicht nur viel Arbeit, sondern auch kostspielig. Nicht viele Frauen konnten es sich leisten, in jeder Saison etwas Neues zu haben. Deshalb war eine sorgfältige Auswahl so wichtig: aus einem grundlegenden, sich aber durch feine Details auszeichnenden Schnitt und aus hochwertigem, über lange Zeit beständigem Material hergestellt; besaß man ein klassisches, zeitloses Kostüm, mit dem man mühelos und zu jedem Anlass perfekt angezogen war. Selbst der Lust auf „etwas Neues“ konnte man unkompliziert nachgeben: mit den passenden Kombi-Teilen oder Accessoires entstand schnell ein ganz anderer look. Sehr wichtig in Zeiten, wo Mode von der Stange und alle 3 Monate neue Kollektionen noch nicht flächendeckend verbreitet waren.  

 

Kostüme wurden damals entweder ganz klassisch mit einem Bleistiftrock getragen: schlicht gerade für ein eher strengeres Design oder aufgelockerter für etwas mehr Kurve. Oder man kombinierte die Jacke mit einem Tellerrock. Wie auch immer: mit einem Kostüm ist man auch heute noch immer bestens angezogen. Jacke und Rock können jeweils getrennt getragen und vielfältig kombiniert werden und passen sich so jedem Anlass super an.

 

Baumwoll-Boucle mit gemäßigtem Bleistiftrock
Fischgrat-Leinen mit 3/4-Tellerrock

Warum ich lieber komplex stricke

Oft werde ich gefragt, wie ich es denn bloß schaffe, so umfangreich zu stricken. Oder ob es mir Spaß macht, große Projekte wie ein Strickkleid zu fertigen, weil das doch so sehr lange dauern würde.

 

 

Das Northern-Light-Dress: ein Entwurf für den Nordlicht-KAL von Jamieson & Smith (2ply lace weight)

 

Ja, das stimmt: ein komplexes Modell zu stricken, erfordert Zeit und Geduld. Doch es macht mir Spaß. Tatsächlich macht es mir sogar mehr Spaß, als ein einfaches schnurgerades Design. Warum ist das so?

 

Jeder, der strickt, ist geduldig (zumindest beim Stricken). Denn alles Stricken braucht seine Zeit und Geduld: selbst bei einem Schnellstricker. Diese Geduld wächst mit dem Projekt.

 

shetland wool week label dress                       Spitze aus Alpaka/Seide                                                         Sommerkleid aus kühler Viskose

 

Das wichtigste aber ist das Tun: eine Idee im Kopf, ein Entwurf, der sich daraus entwickelt, das passende Garn und die Farben auszusuchen, Muster und Haptik zu probieren, Proben zu stricken (ja, Sie lesen richtig: Maschenproben stricken tue ich wirklich gern!!) und schließlich das Stricken selbst. Das alles ist um so spannender, je mehr ein Projekt komplex ist. Ich finde es viel langweiliger, einen einfachen oversize-Pulli glatt rechts in einer Farbe zu stricken, als zum Beispiel ein vielfarbiges Fair-Isle Muster oder ein fortgeschrittenes lace-chart einzusetzen.

 

Das Fair-Isle-memorial-dress: entworfen in Erinnerung an den Besuch im George Waterstone memorial Museum auf Fair Isle im letzten Jahr

 

Es fordert mich vielmehr heraus. Alles teilt sich in Abschnitte: ein aufwendiges Muster und Zunahmen im Rockteil verlangen Aufmerksamkeit und nötige Strickmathematik fordert Konzentration, während beim glatt gestrickten Oberteil entspanntes Nebenbeistricken angesagt ist. Bei Farbwechseln oder Verlaufsgarnen kann man kaum aufhören zu stricken, weil man nicht abwarten kann, wie denn wohl die nächste Reihe aussehen mag. So mag ich Stricken. Es ist abwechslungsreich und spannend. Es ist ein Prozess, dem ich gern Raum gebe. Er darf dann auch gern lang dauern.

 

Happy knitting!

 

Der NDR im Haus

Am Mittwoch war der NDR im Atelier, um einen Bericht über unser Stricken zu drehen. Das war eine spannende Sache. Es ist schon unglaublich, wieviel Aufwand und Zeit es bedeutet, so wenige Minuten Film herzustellen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Frau Haase für den Bericht, die tolle Kamerafrau Andrea Struwe und die Techniker vom NDR im Hintergrund.

 

Wollknäuele in unterschiedlichen Farben.

Rostockerin macht Strickleidenschaft zum Beruf

Sendung: Nordmagazin | 06.11.2020 | 19:30 Uhr3 Min | Verfügbar bis 06.11.2021

In puncto Stricktechniken macht Heike Burkert keiner etwas vor – sie kennt sie alle und gibt ihr Wissen gerne weiter.

 

 

Viel Spaß beim Anschauen!

 

 

Schwungvoll durch den Hochsommer

Endlich Sommer. Gerade wenn es so richtig heiß ist, wie in den letzten Tagen, möchte jeder am liebsten nur was ganz Luftiges und Leichtes tragen. Doch wie kann man auch bei solcher Hitze der Sanduhr-Silhouette treu bleiben? Wer mag schon bei diesen Temperaturen einen Unterrock tragen oder einen aus mehreren Lagen Softchiffon bestehenden Petticoat? Wie gibt man Tellerröcken und Kleidern trotzdem den richtigen Schwung?

 

Das Geheimnis ist die richtige Stoffwahl. Denn die Art und die Schwere des Gewebes bestimmen den Fall und entscheiden somit darüber, ob und welche Unterkleidung für den gewünschten Look sorgt. Ein fluffiger, zarter Chiffon oder ein leichter Batist wird ohne Petticoat immer in sich zusammenfallen, während ein festerer Baumwollstoff allein aus dem Zuschnitt eines vollen Tellerrocks ausreichenden Stand erzeugen kann.

Ein Kleid aus festerer Baumwolle: hier mit Petticoat                   ....und hier ohne: kaum ein Unterschied

Auch bei diesen Kleidern gibt der Stoff genug Schwung: hier ohne Petticoat

Ganz anders bei dieser sehr leichten Viskose: ohne Petticoat fällt hier alles zusammen

...ebenso wie bei diesem zarten Batist

 

Wählen Sie also im Hochsommer eher festere Baumwollstoffe und Schnitte, die nicht zu körpernah auf den Leib geschnitten sind: lieber das einfache Tellerrockkleid mit lockerer Taille, als das enggeschnürte Korsagenmodell mit Einlage und Miederstäben. Solche leichten Kleider können auch ohne Petticoat getragen werden und verlieren trotzdem nicht die Silhouette – einfach überstreifen, den Rock schwingen lassen und den Wind darunter spüren. In den 50er Jahren wurden diese Kleider übrigens als Waschkleider bezeichnet – abends schnell durchgewaschen sind sie ruckzuck getrocknet und am nächsten Tag wieder einsatzbereit.

 

Und wenn abends etwas Abkühlung kommt, findet sich immer ein passendes Strickjäckchen zum Drüberziehen.

Gestrickt aus einer Mischung Bourette-Seide/Baumwolle

Hier gestrickt aus einer Viskose/Tencel-Mischung

 

Wenn Sie auch lernen möchten, Strickjacken wie auf den Fotos passgenau zu stricken, dann besuchen Sie doch gern einen Strickkurs bei Nachmittagskleider. Details dazu finden Sie auf der workshop-Seite. Neue Kurse beginnen wieder im Herbst.

 

Summertime

 

Sommer: wunderschöne frische Luft, die Sonne und ein leichter Wind, der hier an der Küste immer ein wenig weht und jede Hitze erträglicher macht. So kann man das Leben genießen mit luftigen Kleidern, bunten Tellerröcken und dazu passenden taillierten Shirts. In den 50ern wurden leichte Sommerkleider aus dünnen Baumwollstoffen auch als Waschkleider bezeichnet: Kleider, die man täglich tragen konnte, weil sie kurz durchgewaschen und im Sommerwind schnell getrocknet gleich wieder angezogen werden konnten. Das waren damals, als "Wäsche machen" noch viel komplizierter und anstrengender war, als heute, wichtige Attribute. 

 

Oder kennen Sie schon den Luftanzug der 50er Jahre? Heute wieder aktuell als sogenannter "Jumpsuit"; in den 70ern und 80ern eher als Overall benannt, war der Luftanzug damals eher dem Strandgang vorbehalten: ein durchgehender, tailliert geschnittener Anzug mit Knopfleiste, ohne Ärmel und mit kurzen Shorts aus gemusterten, frischen Baumwollstoffen. Darin machte man immer eine gute Figur, war am Strand nicht zu offen gekleidet und konnte doch Sonne und Luft genießen. Dazu wurde meistens ein passender Rock getragen, der vorne geknöpft oder gebunden schnell darübergezogen war, so daß aus dem luftigen Strandanzug ganz schnell ein stadt- und bürotaugliches outfit wurde. 

Kunstnacht 2018

Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Rostocker Kunstnacht – zum 18. Mal. Die östliche Altstadt bietet wie immer ein buntes Programm, und Nachmittagskleider ist natürlich auch wieder dabei.www.oestliche-altstadt.de/kunstnacht.html 

 

In diesem Jahr ist spezielles Thema das Fair-Isle-Stricken. Haben Sie schon mal mit der Schere gestrickt, einen steek aufgeschnitten oder eine Unfarbe ausgesucht? Kommen Sie gern vorbei, wenn Sie mehr über das Farb- und Musterstricken der Shetlands erfahren möchten. Ausprobieren ist sehr erwünscht!

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